CP/M Software

Um die individuell erstellte Hardware mit dem aus einem K8915 entnommenen SCPX zusammenspielen zu lassen, musste ich das notwendige BIOS (Basic Input Output System) erst erstellen. Letzlich besteht ein BIOS nur aus einer Reihe von standardisierten Unterprogrammaufrufen, welche an der vorhandenen Hardware das richtige tun mussten. So z.B. ein einzelnes Zeichen von der Tastatur entgegennehmen oder ein einzelnes Zeichen auf dem Bildschirm ausgeben oder einen Floppysektor lesen usw.

Das verwendete CP/M (CCP+BDOS) hatte die Kennung "SCPX V0/2 VEB ROBOTRON ELEKTRONIK ZELLA-MEHLIS 1985". Es wird wie im Original  auf D000 geladen. Ab E600 residierte mein eigenes BIOS. Bei CP/M konnte jedes Programm den CCP und BDOS Teil überschreiben, um RAM von 100-E5FF nutzen zu können, bei  jeder Programmbeendigung wurde der Betriebssystemteil neu auf D000 geladen. Dieses war einer der Tricks, um mit dem begrenzten Adressraum von 64Kbyte des Z80 umzugehen. 

Zum schnelleren arbeiten mit Programmen dient die Epromdisk mit 4 Bänken 27512. Diese ROM-Disk war fest Laufwerk A: und hatte 256KByte Kapazität. Fest enthalten waren u.a. die Programme POWER, WS, M80, LINK, RAZ80. Somit bootete mein CPM in einer Sekunde, genauso schnell starteten die eben genannte Tools. Zusätzlich habe ich 2 Bänke a'  64KByte RAM als  RAM-DISK B: integriert.

Als Terminal dienten im Laufe der Zeit unterschiedliche Devices, zuerst ein recht großes VT100 Terminal welches inzwischen verschrottet ist, später konnte ich das jetzige Wyse-50 Terminal kaufen. Format 24 Zeilen x 80 Zeichen

Da im CP/M die integrierten Commandos sehr dünn gesäht waren, gehörte POWER zum unverzichtbaren Werkzeug für das Dateihandling. Hier auch zu sehen die kleinen Größen der Datenträger, die 3,5" Disketten mit 360Kbyte, die 5,25" hatte ich in unterschiedlichen Formatierung unter 720k und 780k im Einsatz.

 

Wordstar bzw TP war das gebräuchliche Schreibprogramm, die Tastaturcodes leben z.B. bis heute unter Linux im Editor Joe weiter.


 

 

Alle meine Disketten von vor 22 Jahren lassen sich noch einwandfrei lesen, sowohl 3,5" als auch 5 1/4 ". Wer sich nur  Disketten aufgehoben hat, hätte vermutlich heute die größten Probleme damit etwas anzufangen: erstens  auf Grund der nicht mehr üblichen Sektor/Spur-Aufteilung (zu CP/M Zeiten waren die Diskettenformate nicht einheitlich), andererseits mangels der richtigen Programme. So aber ist z.B. mein Bios-Quelltext heute noch lesbar und sogar neu zu assemblieren und zu linken.

BIOS Quelltext( 113 kbyte)

 

Später erweiterte ich das BIOS  gemäß CP/M-Standard um mehrere IN/Output Kanäle:

TTY: V24/RS232 (universell)
LPT: Centronics (für Nadeldrucker)
CRT: Bildschirm/Tastatur
UL1: S3004 Schnittstelle (Typenradschreibmaschine)

Somit konnte man den Computer universell und produktiv einsetzen.

 

 

 

 

 Aber auch Hochsprachen wie Turbopascal liefen, auch wenn eigentlich für Bürocomputer PC1715 angepasst.

 

ebenso wie SuperCalc, welches auf A5120 adaptiert war

 

 

Neben vielen Programmiertools liefen auch die damals üblichen Büro-PC Spiele, hier in Nostalgie einige Screenshots:

Ladder: g muss über H-Leitern zum $ und wird von entgegenkommenden O's gekillt.

Chaser: X frisst Dopplpunkte und wird von rechteckigen Klammern  gejagt

Der erste Ansatz eines 3D Spieles: Labyrinth

 

 

Kommentare (0)